Meister Dokko-An Kokugyo Kuwahara lehrt Zen-Tradition in Regensburg / Seit 2006 in der Weingasse
Karl praktiziert seit über zwei Jahren die Kunst der Zen-Meditation. „Aller Anfang ist schwer“, hat er erfahren. Erst nach etwa einem halben Jahr sei die innere Ausgeglichenheit zu spüren. Mittlerweile kann Karl sich Meditation aus seinem Leben nicht mehr wegdenken.
Von Marina Aschkenasi und Sophie Steffen
Gelernt hat Karl die Kunst bei Zen-Meister Dokko-An Kokugyo Kuwahara. Der bietet seine Kurse seit 2006 in der Weingasse an. Neben Zen-Meditation lehrt er auch die Kunst des Pinsel-Zen-Wegs. Künstler, Juristen und Ärzte suchen hier das innere Gleichgewicht, das ihnen im Alltagsstress verloren gegangen ist. Auch viele Japaner kommen zu dem in Tokio geborenen Meister. „Zen“ bedeutet ursprünglich Konzentration oder Versenkung. „Es baut Stress ab, fördert die Ausgeglichenheit und befreit den Geist“, sagt der Meister. Das geschieht in der Meditationsstunde, die genau 90 Minuten dauert. Im Wechsel werden in diesem Zeitraum Sitz- und Gehmeditationen durchgeführt. Das fällt anfangs unglaublich schwer. Minutenlang stillzusitzen und sich zu konzentrieren passt irgendwie nicht in den eiligen Alltag. Doch die Mühe lohnt sich. Dabei spielt die Atmung eine ganz entscheidende Rolle. Sie erfolgt über den Bauch. Dokko-An Kokugyo Kuwahara: „Nur so findet man zum inneren Gleichgewicht.“ Die wahre Zenkunst könne nur durch Praxis und nicht durch Worte übermittelt werden, erklärt der Meister, der auch Zen-Kalligraphie („Hitsuzendo“) lehrt. Anfang und Ende erfolgen auch dort im „Zazen“, der stillen Meditation im Sitzen. Die Schüler schreiben auf dem Boden kniend, in einem Atemzug. Nach kurzen Meditationsrunden wird wieder Energie frei, die „den Pinsel tanzen und die Tusche singen lässt“. Es entstehen großartige Kunstwerke. Mit der Zenkunst kann jeder zu jeder Zeit anfangen. Das Alter spielt keine Rolle. Wer weiterkommen und vielleicht Meister werden möchte wie Dokko-An Kokugyo Kuwahara, muss fünf bis sechs Jahre lang täglich üben. Dann darf er lehren. Danach folgen weitere drei bis vier Jahre bis zum Zen-Meister.
Weg zum Zen
Dokko-An Kokugyo Kuwahara wurde 1944 in Tokio geboren. Er studierte dort Pädagogik und Psychologie
Sein Lehrer, der ihn zum Zen-Buddhismus führte, war einer der bekanntesten Zen-Meister
Viereinhalb Jahre lange lebte Kuwahara im Rinzai-Tempel von Yamanashi. Dort lernte er auch seine deutsche Ehefrau kennen. Seit 1980 ist er Zen-Lehrer. Vier Jahre war er in dieser Funktion im internationalen Zen-Dojo „Zen-Kenshujo“ in Kanozan tätig.
Wer bei ihm lernen möchte: 55 Euro, ermäßigt 35 Euro (Schüler/Studenten) kostet die Zen-Meditation pro Monat, 80 Euro der Pinsel-Zen-Weg.