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Bayern
Sonntag, 21. März 2010 14:02
«Wir wollen nicht länger ein Rätsel sein»
Tutzing (ddp). Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, fordert eine stärkere gegenseitige Öffnung zwischen nichtjüdischen Deutschen und Juden. Man müsse miteinander an einer Normalität arbeiten, sagte Knobloch am Sonntag auf einer Tagung der Akademie für Politische Bildung im bayerischen Tutzing. Nicht «Schmach und Schande», sondern «gemeinsames Erbe und gemeinsame Verantwortung» müssten im Zentrum der Beziehungen stehen. Zu einer Normalität gehöre auch wechselseitige, freundschaftliche Kritik. Wenn man nicht mehr darüber nachdenke, ob und wie man sachliche Kritik auch an Israel aussprechen könne, sei ein wichtiges Ziel erreicht. Auch der Zentralrat sehe «einige Dinge sehr, sehr kritisch», sagte Knobloch. Gleichzeitig wandte sie sich gegen eine polemische und antisemitische Gleichsetzung von in Deutschland lebenden Juden mit der israelischen Politik. Knobloch warnte zudem vor antisemitischen Ressentiments in der deutschen Gesellschaft. Für die jüdische Gemeinde gelte es, diese durch Öffnung und Präsenz im öffentlichen Leben zu bekämpfen. «Wir wollen nicht länger ein Rätsel sein», sagte Knobloch. Als «gefährlich» bezeichnete sie auch mögliche Zusammenschlüsse nationalistischer und islamistischer Antisemiten. (ddp) Bisherige Kommentare
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